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Notfallheizung: Tipps, um bei Stromausfall warm zu bleiben
04. November 2026Ein Heizungsausfall scheint sich immer den ungünstigsten Zeitpunkt auszusuchen – am “besten” mitten im Januar und außerhalb normaler Bürozeiten. Die Ursachen reichen von einer Störung im Wärmeerzeuger über einen Stromausfall im Ortsnetz bis zum leeren Öltank. Zu tun ist in allen Fällen das Gleiche: die vorhandene Wärme zusammenhalten und für eine sichere Zusatzwärmequelle sorgen, während die eigentliche Ursache behoben wird. Wir gehen die Punkte durch, die im Akutfall zählen, und sagen Ihnen auch, welche improvisierten Notöfen für Innenräume gefährlich sind.
Heizen bei Stromausfall: warum die Anlage stehen bleibt
Eine Gas- oder Ölheizung fällt bei Stromausfall aus, obwohl der Brennstoff im Tank oder in der Leitung vorhanden ist. Der Grund liegt in der Steuerung.
Pumpe, Regelung und Zündung hängen am Netz
Ein moderner Wärmeerzeuger braucht Strom für die Umwälzpumpe, das Gebläse, die elektronische Zündung und die Regelung. Zusammen sind das bei einer Gasbrennwerttherme rund 70 bis 150 Watt im Betrieb, also weniger als ein Fernseher. Ohne diese Leistung bleibt die Anlage aber aus Sicherheitsgründen aus, und ohne Pumpe kommt das warme Wasser nicht bis zum Heizkörper. Bei einer Wärmepumpe liegt der Strombedarf um ein Vielfaches höher, weil der Verdichter selbst elektrisch angetrieben wird.
Alte Schwerkraftanlagen mit dicken Rohren aus den fünfziger und sechziger Jahren kommen teilweise noch ohne Pumpe zurecht, weil warmes Wasser von allein nach oben steigt. In Gifhorn und Umgebung finden wir solche Anlagen nur noch selten, und ohne elektrische Zündung startet der Brenner trotzdem nicht.
Was im Haus trotzdem noch Wärme abgibt
Ein Pufferspeicher mit 500 Litern auf 60 Grad enthält rund 25 Kilowattstunden Wärme. Diese Energie steckt im Haus, kommt ohne Pumpe aber nicht in die Heizkörper. Ein wasserführender Kaminofen im Wohnzimmer heizt weiter, allerdings gibt er dann nur über seine Oberfläche Wärme in den Raum ab, solange die Pumpe stillsteht. Ein einfacher Kaminofen ohne Wassertasche ist im Ernstfall die zuverlässigste Wärmequelle im Haus, sofern trockenes Holz vorrätig liegt.
Wie schnell ein Haus auskühlt
Ein gut gedämmtes Haus verliert bei Frost etwa ein halbes bis ein Grad pro Tag, ein ungedämmter Altbau kann in derselben Zeit fünf bis acht Grad einbüßen. Diese Zahlen sind der wichtigste Punkt für die eigene Planung: In den ersten Stunden geht es nicht darum, Wärme zu erzeugen, sondern darum, die vorhandene im Haus zu halten. Lüften Sie in dieser Phase wenn überhaupt nur kurz und stoßweise, statt Fenster gekippt zu lassen.
Heizen im Notfall: die vorhandene Wärme zusammenhalten
Mit einfachen Maßnahmen verschieben Sie den Punkt, an dem es unangenehm wird, um viele Stunden. Diese Schritte kosten nichts und wirken sofort.
Einen Raum zum Wohnraum machen
Sinnvoll ist ein kleiner, innen liegender Raum mit wenig Fensterfläche, in dem sich alle Bewohner aufhalten. Türen zu Treppenhaus, Flur und unbenutzten Zimmern bleiben geschlossen, Zugluft unter Türen wird mit Decken oder Rollen abgedichtet. Als Zielwert reichen 16 bis 18 Grad, für Haushalte mit Säuglingen, älteren oder kranken Personen eher 20 Grad.
Fenster, Rollos und Textilien
Rollläden und Vorhänge sind über Nacht eine wirksame zusätzliche Dämmschicht, weil das Luftpolster zwischen Scheibe und Rollladen die Verluste senkt. Elektrische Rollläden lassen sich in vielen Fällen über eine Notentriegelung von Hand bewegen; diesen Handgriff sollten Sie kennen, bevor Sie ihn brauchen. Teppiche auf Fliesenböden und Decken über Sitzflächen machen die gleiche Raumtemperatur deutlich angenehmer.
Kleidung und Körperwärme
Mehrere dünne Schichten wärmen besser als ein dicker Pullover, dazu Mütze und warme Socken, weil über Kopf und Füße viel Wärme abfließt. Warme Getränke und eine warme Mahlzeit wirken zusätzlich, Alkohol dagegen nicht: Er weitet die Blutgefäße und der Körper verliert dadurch schneller Wärme, auch wenn sich das im Moment anders anfühlt.
Mobile Heizung ohne Strom: was in Innenräumen zulässig ist
Für die Zeit ohne Netzstrom gibt es Geräte, die ohne Elektrizität arbeiten. Die Auswahl ist kleiner, als die Auslage im Baumarkt vermuten lässt, denn entscheidend ist die Abgasführung.
Petroleumheizer und Katalytöfen
Petroleumheizer mit Docht und mobile Gasheizer mit Katalysatorbrenner sind für die Verwendung in Innenräumen konstruiert, arbeiten ohne Strom und geben zwei bis vier Kilowatt Wärme ab. Damit lässt sich ein Zimmer warm halten, nicht aber ein ganzes Haus. Zwingend nötig sind eine Zündsicherung und eine Kippsicherung, bei Gasgeräten zusätzlich eine Sauerstoffmangelsicherung. Solche Geräte gehören nicht in Schlafräume, nicht in Kellerräume ohne Fenster und nicht in die Nähe von Vorhängen oder Möbeln. Alle ein bis zwei Stunden ist kurzes Querlüften nötig, weil bei der Verbrennung Wasserdampf und Abgase in den Raum abgegeben werden.
Welche Notöfen für Innenräume tabu sind
Holzkohlegrills, Gaskocher als Dauerheizung, Terrassenheizstrahler und ein offen betriebener Gasbackofen sind im Innenraum lebensgefährlich. Kohlenmonoxid ist geruchlos, und die Vergiftung beginnt mit Kopfschmerzen und Müdigkeit, also mit Symptomen, die man in einer kalten Wohnung leicht falsch deutet. Jeden Winter kommen in Deutschland Menschen auf diese Weise ums Leben. Ein Stromerzeuger gehört aus dem gleichen Grund ausschließlich ins Freie, mit ausreichendem Abstand zu Fenstern und Türen.
Ein Kohlenmonoxid-Warner nach EN 50291 kostet etwa 30 bis 60 Euro und gehört in jeden Haushalt, in dem eine Verbrennungsheizung, ein Kaminofen oder ein mobiles Notgerät betrieben wird. Ein Feuerlöscher im Flur ist die zweite Anschaffung, die sich lohnt.
Notfallheizung mit Strom: die eigene Anlage weiterbetreiben
Weil eine Gas- oder Ölheizung nur wenig Strom braucht, lässt sie sich mit überschaubarem Aufwand notstromfähig machen. Das ist die komfortabelste Lösung, weil Heizkörper und Warmwasser normal weiterlaufen.
Powerstation und Notstromaggregat
Eine tragbare Powerstation mit einer Kapazität von einer Kilowattstunde betreibt eine Gastherme rein rechnerisch acht bis zwölf Stunden. Wichtig ist ein Gerät mit echter Sinusspannung, weil die Elektronik der Heizung sonst Störungen meldet. Für eine Wärmepumpe reicht das nicht, dort sind Aggregate im Bereich von fünf Kilowatt und mehr nötig, dazu ein sauberer Anlaufstrom für den Verdichter.
Entscheidend ist der Anschluss. Eine Einspeisung über eine Steckdose ins Hausnetz ist gefährlich für Sie und für die Monteure des Netzbetreibers. Zulässig ist entweder eine separate Zuleitung direkt zum Heizgerät oder eine feste Umschalteinrichtung im Verteiler, die ein Elektrofachbetrieb einbaut. Wir klären diese Frage bei Kunden gern vorab, damit im Ernstfall nur ein Stecker gesteckt werden muss. Kontakt
Kaminofen als zweites System
Für Bestandsgebäude ist ein Kaminofen die robusteste Ergänzung, weil er ohne jede Fremdenergie arbeitet. Voraussetzung sind ein geeigneter Schornstein, die Freigabe durch den Bezirksschornsteinfeger und die Einhaltung der aktuellen Emissionsanforderungen. Ein Modell mit hohem Speicheranteil gibt die Wärme über Stunden ab, auch wenn kein Holz mehr nachgelegt wird.
Notheizung für Warmwasser
Warmes Wasser ist im Ernstfall genauso wichtig wie eine warme Wohnung, für die Hygiene und für Wärmflaschen.
Den Speicher gezielt nutzen
Ein gedämmter Trinkwasserspeicher mit 200 Litern hält seine Temperatur über etwa 24 bis 48 Stunden auf brauchbarem Niveau, sofern niemand große Mengen entnimmt. Zapfen Sie das Wasser nicht in einen Eimer, sondern direkt in Thermoskannen, wenn Sie es später brauchen.
Kochen und Wärmflaschen
Ein Gaskocher auf dem Balkon oder in gut gelüfteter Küche liefert genug heißes Wasser für Waschen und Getränke. Zwei Wärmflaschen pro Person, abends gefüllt und mit ins Bett genommen, machen eine kalte Nacht erträglich; ein Kirschkernkissen ist ohne Mikrowelle dagegen kaum nutzbar. Achten Sie bei kleinen Kindern und älteren Menschen auf eine Hülle um die Wärmflasche, weil die Haut Verbrennungen schneller davonträgt als gedacht.
Frostschutz für die Anlage
Bei einem Ausfall über mehrere Tage bei strengem Frost steigt das Risiko, dass Leitungen einfrieren, vor allem in Außenwänden, in unbeheizten Kellern und in der Garage. Sobald die Raumtemperatur unter fünf Grad fällt, sollten Sie den Hauptwasserhahn schließen und die Leitungen an den tiefsten Punkten entleeren. Aufgeplatzte Rohre verursachen später mehr Schaden als die Kälte selbst. Bei Heizungsanlagen mit außen liegenden Bauteilen prüfen wir bei der Wartung ohnehin, ob der Frostschutz ausreichend ist. In kalten Regionen wird auch teils empfohlen, das Wasser durch leicht geöffnete (tropfende) Hähne in Bewegung zu halten.
Vorbereitung und Notdienst mit Calberlah Heizungsbau
Ein Großteil der Winternotfälle, zu denen wir gerufen werden, hat nichts mit dem Stromnetz zu tun: verstopfte Kondensatleitungen, defekte Zündelektroden, Störungen wegen zu niedrigem Anlagendruck oder eine ausgefallene Umwälzpumpe. Solche Ausfälle kündigen sich in der Regel bei der Wartung an. Wir sehen uns die Anlage einmal im Jahr an, tauschen Verschleißteile, prüfen Druck und Ausdehnungsgefäß und richten auf Wunsch den Anschlusspunkt für eine Notstromversorgung ein.
Wir arbeiten seit 1967 in Gifhorn und Umgebung.
Bei einem akuten Ausfall erreichen Sie unseren Notdienst rund um die Uhr unter 0171 3111277, tagsüber sind wir unter 05371 98400 erreichbar. Für alles andere, von der Wartung bis zur neuen Heizung, schreiben Sie uns gern über unser Kontaktformular.
